Russland 2018: Wer schafft den Sprung ins deutsche WM-Aufgebot?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 rückt immer näher, in weniger als sechs Monaten rollt der Ball in Russland. Deutschland gehört als amtierender Weltmeister, Confed Cup-Sieger und Weltranglisten-Erster zu den absoluten Top-Favoriten kommenden Sommer bei der WM-Endrunde. Die spannende Frage ist jedoch, wen Joachim Löw zur WM 2018 mitnehmen wird. Der Bundestrainer hat „nur“ 23 Plätze in seinem WM-Kader zu vergeben und die Auswahl an Spielern ist groß.

Joachim Löw 2017
Hat die Qual der Wahl: Bundestrainer Löw (Foto: © Кирилл Венедиктов / CC BY-SA 3.0 / via Wikimedia Commons)

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual. Unter diesem Motto dürfte Bundestrainer Joachim Löw auf die bevorstehende WM 2018 in Russland gucken, wenn es darum geht, welche Spieler der 57-jährige zur Endrunde nach Russland mitnehmen wird. Neben vielen jungen und vielversprechenden „Nachwuchsspielern“ hat Löw auch eine ganze Reihe an erfahrenen Profis, die bereits 2014 in Brasilien mit von der Partie waren. Spannend wird es auch, zu sehen, wie Löw mit verletzten beziehungsweise angeschlagenen Nationalspielern umgehen wird: auch hier gibt es 1-2 Kandidaten, die auf der Kippe stehen.

In der WM-Qualifikation 2018 hat Löw viele neue Spieler ausprobiert. Auch beim Confed Cup 2017 kamen neue Gesichter in der DFB-Elf zum Einsatz. Einige davon haben ihre Chance genutzt und erhoffen sich auch kommenden Sommer Teil der deutschen Nationalmannschaft zu sein. Wir werfen einen genaueren Blick auf die aktuelle Kadersituation.

Tor/Abwehr: Alle warten auf Manuel Neuer, Bayern-Achse ist gesetzt

Eigentlich gibt es in Sachen Torhüter seit Jahrzehnten keine echten Probleme in der deutschen Nationalmannschaft. Nach der Ära von Oliver Kahn übernahm Manuel Neuer dessen Rolle in der Nationalmannschaft. Der 31-jährige ist für viele der beste Torhüter der Welt und fester Bestandteil der DFB-Elf. Aber hinter Neuer steht derzeit ein Fragezeichen: der Bayern-Profi fällt nach einem Mittelfußbruch und anschließender OP bereits seit Monaten aus. Wann Neuer sein Comeback feiern wird ist derzeit noch offen, eigenen Aussagen zu Folge ist die WM-Teilnahme jedoch nicht in Gefahr. Selbst wenn das Horrorszenario eintritt und Neuer nicht fit wird bis zur WM, was sehr unwahrscheinlich ist, hat man mit Marc-André ter Stegen, Ralf Fährmann, Bernd Leno, Kevin Trapp oder Timo Horn zahlreiche weitere Spitzentorhüter die zur Verfügung stehen.

In der Viererkette sind drei Profis vom FC Bayern faktisch gesetzt: Mats Hummels, Jerome Boateng und Joshua Kimmich gelten als sichere WM-Fahrer. Lediglich Boateng könnte gegebenenfalls um seinen Stammplatz bangen. Löw gilt jedoch als Fan von Boateng und wird diesen vermutlich auch spielen lassen, wenn es im Verein nicht unbedingt rund läuft. Viel spannender wird es, zu sehen, wer auf der linken Defensivseite zum Einsatz kommt. Hier spielte in der WM-Quali regelmäßig Jonas Hector vom 1. FC Köln. Weitere Kandidaten wären auch Antonio Rüdiger oder Shkodran Mustafi. Beide sind zwar ausgebildete Innenverteidiger, können jedoch auch auf der Außenbahn spielen – ähnlich wie Benedikt Höwedes 2014 in Brasilien.

Mittelfeld: Eine schier unendliche Auswahl an Spielern

Die größten Kopfschmerzen dürfte Löw bei der Nominierung seiner Mittelfeldspieler haben. Hier besteht schlichtweg ein Überangebot an talentierten Spielern. Ein echtes Luxusproblem, um das viele Trainerkollegen Löw beneiden. Spieler wie Toni Kroos, Mesut Özil oder Sami Khedira sind mit der Grund, warum der Wettanbieter Betway Deutschland am 15. Januar eine Siegquote für die WM 2018 von 6,0 gibt. Damit ist die DFB-Auswahl neben Brasilien der Top-Favorit auf den Titelgewinn kommenden Sommer.

Entscheidend wird es sein, die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden. Offensiv ist Deutschland sogar noch ein wenig stärker, als im defensiven Mittelfeld. Eine der spannendsten Fragen ist zudem, ob die beiden BVB-Profis Marco Reus und Mario Götze bis zur WM 2018 ihre Topform erreichen. Beide sind normalerweise Stammspieler in der Nationalelf, haben jedoch keine leichten Monate hinter sich und beide fielen lange verletzt aus. Während Götze wieder auf dem Platz steht, kämpft Marco Reus nach wie vor noch um sein Comeback.

Angriff: Wagner oder Gomez? Wer schafft den Sprung zur WM 2018?

Nicht nur im Mittelfeld wird es spannend, zu sehen, wer den Sprung zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018 schafft, auch im Angriff gibt es durchaus viel Auswahl und noch viele Fragezeichen. Mit Mario Gomez und Sandro Wagner hat Löw zwei Stürmer in seinen Reihen, die sich beide in ihrer Spielanlage sehr ähneln. Beide sind groß, zweikampfstark und klassische Mittelstürmer. Jener Spielertyp, den Löw seit dem Rücktritt von Miroslav Klose nicht mehr wirklich wollte. Gomez war 2016 bei der EM in Frankreich dabei, Wagner beim Confed Cup 2017 in Russland. Die Experten und Fans sind sich einig, Löw wird nur einen von diesen beiden mitnehmen.

Ihre Plätze sicher haben hingegen Thomas Müller und Timo Werner. Müller ist eine Allzweck-Waffe im Angriff und kann nahezu alle Positionen im Sturm bekleiden. Werner hingegen spielt seit nun mehr fast einem Jahr auf absolutem Top-Niveau für RB Leipzig und hat auch in der Nationalmannschaft schon mehrfach seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Ein weiterer, potentieller WM-Fahrer ist der Leverkusener Kevin Volland. Bis zum Beginn der WM im Juni bleibt es also spannend, zu verfolgen, wer es in den Kader schafft.

 

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